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...«je ne me lasse point de te lire»

Zur Sprachgeschichte des Alltags in französischen Briefen in Deutschland (1792–1813)

Series:

Christel Schlindwein

Die Arbeit spricht zwei zentrale Dimensionen an: die editoriale Dokumentationsleistung eines selbst entdeckten Korpus als Mainzer Beitrag zur Geschichte des deutsch-französischen Sprachkontakts und die varietätenlinguistische Behandlung dieses Korpus (99 Briefe aus der Zeit der Franzosenherrschaft in Mainz). Im Wesentlichen handelt es sich um Soldatenbriefe. Die Arbeit will dazu beitragen, auch die Alltagswelt mit den nichtliterarischen Textsorten für die französische Sprachgeschichtsschreibung in den Blick zu nehmen. Der Hauptteil der Arbeit beruht auf der Gliederungsebene von sogenannten Gebrauchsnormen, die die Textsorte Brief charakterisieren. Diese Gebrauchsnormbeschreibungen werden zunächst an der formalen Schreibkonvention exemplifiziert. Daran schließen sich Beobachtungen zur pragmatischen Dimension und die Behandlung ausgewählter grammatischer Probleme an . Die Ergebnisse werden in einer Grammatik der Briefe in der Alltagskommunikation zusammengefasst.
Die Briefe sind auf einer beigefügten CD enthalten.
Aus dem Inhalt: Einleitung mit historischen Fakten und sprachwissenschaftlichen Grundlagen – Textkorpusbeschreibung und Editionsprinzipien – Frage des Briefes im Spannungsfeld zwischen Privatheit und Öffentlichkeit – Gebrauchsnormen der Briefe: formalistische Gebrauchsnorm (orthographische Besonderheiten, Abkürzungspraxis, Symbole, Interpunktion und Gebrauch anderer Diakritika), pragmatische Gebrauchsnorm (Textgliederungsverfahren durch Abtönungselemente, Interjektionen und Gliederungselemente, Anrede- und Grußverhalten) sowie grammatische Gebrauchsnorm (Negation/Restriktion, Genus- und Numeruskongruenz beim Nomen, Verbkonjugation, Proformen einschließlich der Pronomina cela/ça und on, Satzsegmentierung, Frageformen für die direkte Frage, Komplexität der Satzstruktur, indikativische Tempora (retrospektive und prospektive Sicht).