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Theater nach Auschwitz

George Taboris "Die Kannibalen</I> im Kontext der Holocaust-Debatten

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Markus Roth

Theater nach Auschwitz steht wie die gesamte Literatur vor dem Problem, ob und wie der Genozid angemessen dargestellt und erinnert werden kann. Die Diskussion des Darstellungsproblems bildet Ausgangspunkt und Grundlage für die Untersuchung des Holocaust-Dramas in der Bundesrepublik und seiner engen Verknüpfung mit der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Ermordung der Juden. Darauf aufbauend wird im zweiten Teil der Arbeit George Taboris Die Kannibalen analysiert. Hier steht die Frage im Vordergrund, wie Tabori sich den Darstellungsproblemen stellt, denen sich das Theater nach Auschwitz gegenüber sieht. Mit grotesken Mitteln, verschachtelten Zeitebenen und einer differenzierten Figurenkonstellation gelingt es Tabori, eine neue Qualität des Holocaust-Diskurses zu erreichen.
Aus dem Inhalt: Die Darstellung des «Undarstellbaren»? Probleme einer Literatur «nach Auschwitz» – Vorstellungen vom «Unvorstellbaren»? Theater nach Auschwitz – Holocaust-Drama in der Bundesrepublik und die Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur – Aufbau und Figurenkonstellation der Kannibalen – Spiel mit den Zeitebenen – Die Erinnerungskonzeption – Das Täter-Potential der Opfer – Die Problematik des Zeugen – Funktionen grotesker und religiöser Motive – Reaktionen – Taboris spätere Stücke: Mutters Courage und Mein Kampf.