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Ideologische Konstanten – Ästhetische Variablen

Zur Rezeption des Werks von Heiner Müller

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Sabine Pamperrien

Heiner Müller gilt als bedeutendster zeitgenössischer Dramatiker Deutschlands. In einer Vielzahl von Veröffentlichungen zu Einzelaspekten seines Werks wird behauptet, Müller reflektiere auf höchstem Niveau die Probleme und Aporien der Epoche und artikuliere die Selbstreflexion avanciertesten kritischen Bewußtseins. Hier werden fünf Texte analysiert, denen ästhetisch völlig unterschiedliche Konzepte zugrunde liegen. Es wird gezeigt, daß alle ästhetischen Konzepte der Vermittlung derselben Ideologie dienen sollten. Grundthemen von Müllers Werk werden wieder freigelegt und Tendenzen einer Rezeption benannt, die sich dem Wortsinn der literarischen Texte oft entzogen und Heiner Müller für eigene Zwecke instrumentalisiert hat. Die Arbeit dient der Ernüchterung einer Heiner-Müller-Euphorie, die die Vieldeutigkeit seiner Texte häufig in interpretatorischer Willkür zur Beliebigkeit verzeichnet hat.
Aus dem Inhalt: Der Lohndrücker: Ringen um das richtige Bewußtsein des Arbeiters – Philoktet: Demontage humanistischer Ideale – Mauser: Kritik sozialistischer Klassiker – Die Hamletmaschine: Konterrevolution und Intellektualismus – Bildbeschreibung: Blutzoll für den Kapitalismus.