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Lebenseinstellungen – Glaubensvorstellungen

Ethische Positionen im Werk von Anton Pavlovič Čechov

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Raffaella Fortarel

Konstantin Paustovskij hat behauptet, über Čechov gäbe es nichts mehr zu sagen, weil schon so vieles gesagt und geschrieben worden sei. Das letzte Symposium (1994) stieß jedoch mit dem Thema Bedeutung von Philosophie und Religion bei Čechov auf ungewöhnliche Resonanz und eröffnete völlig neue Forschungsperspektiven. Die Arbeit geht auch davon aus, dass vieles im čechovschen Werk noch unentdeckt ist. Dabei wird der Vorwurf der Zeitgenossen Čechovs, dass dieser keine eindeutige Werteposition einnehme, entkräftet. Im Vordergrund steht der heftige Protest Čechovs gegen Lüge und seine negative Einstellung zu Betrug und Futteralexistenzen. Berücksichtigung findet auch der individualistische Moralkodex čechovscher Protagonisten sowie die Rolle der inneren Freiheit und menschlichen Würde. Schließlich wird der Frage nachgegangen, inwieweit man bei Čechov überhaupt von einem Glauben an das Leben und an den Menschen sprechen kann, wobei dem Problem der Sinnsuche besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Aus dem Inhalt: Entkräftung des Vorurteils Čechov sei ein Pessimist, ein ideenloser und prinzipienloser Schriftsteller durch Herausarbeiten der ethischen Werte – Protest gegen Lüge – Demaskierung von Betrug – Eintreten für moralische Selbstbestimmung – Rolle des Gewissens – Betonung der inneren Freiheit und der Würde des Menschen – Frage des Glaubens an den Menschen und an das Leben – Sinnsuche als zentrale Kategorie.