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«Ars Regnandi» – Regierungsstabilität und Herrschaftskrisen in Iberoamerika

Am Beispiel von Argentinien und Chile

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Jaime Reyes-Alvarez

Ausgangspunkt dieses Buches ist die Beobachtung periodischen Wechsels von Zivil- und Militärregierungen in Iberoamerika. Der Verfasser nimmt diese Beobachtung als Anlaß, nach den Gründen dieses Wechsels zu fragen. Er markiert hierzu zunächst den Unterschied zu den aus Westeuropa vertrauten Mustern, die eine relativ weitgehende Deckung von Verfassungstext und Verfassungswirklichkeit voraussetzen. In Iberoamerika stellt er «unterhalb» der offiziellen Verfassungstexte personenorientierte Netzwerke und entsprechende Semantiken fest, welche die Person wichtiger erscheinen lassen als den Verfassungsstaat. Politik wird vor allem in symbolischen Formen ausgetragen, Regierungskunst ( Ars Regnandi) wird als Kunst verstanden, sich Loyalitäten zu verschaffen. Letzteres geschieht auch durch Rhetorik und zeichenhaftes Handeln. Die Diskrepanz zwischen westlichen Verfassungstexten samt entsprechenden Diskursen und iberoamerikanischem Politikverständnis ist die eigentliche Quelle der politischen Instabilität.
Aus dem Inhalt: Stabilitätstheorien - zum Diskussionsstand – Zivilstaat und Militärstaat: Ein Problem der Regierungsfähigkeit – Verfassung und Militär in Argentinien und Chile: Der Bruch mit dem liberalen Staat - ein Prozeß politischer Transformation und sozialer Mobilität – Der argentinische und chilenische Militarismus in den siebziger Jahren – Die politischen Ziele des Militarismus in Argentinien und Chile (1970-1990) – Die Wiederkehr zur Zivilregierung in den achtziger Jahren. Argentinien und Chile im Vergleich – Argentinien und Chile: Konflikt und Versöhnung.