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Leib und Leben

Untersuchungen zur Selbsterfahrung in Montaignes Essais. Mit einer Studie über La Boétie und den Discours de la Servitude volontaire

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Werner Müller-Pelzer

Montaignes anthropologische Auffassungen gründen auf dem Selbst- verhältnis. Die Legitimation für die Darstellung der «Jemeinigkeit» bezieht der Autor aus seiner unvertretbaren Leiberfahrung. Damit ergibt sich der Anknüpfungspunkt, um Montaignes Essais im Licht des von Hermann Schmitz dargelegten «Alphabets der Leiblich- keit» zu interpretieren.
Dabei zeigt sich, dass Montaigne von seiner Leiberfahrung aus zu einem individuellen Stil personaler Orientierung findet, für den die mannigfaltigen eigenen Befindlichkeiten, die zwischen dem Einsinken in die Natürlichkeit und der weitgehenden Emanzipation von ihr anzutreffen sind, als Einheit erlebbar werden. Die in diesem Erleben sich erschliessende «fundamentale Gewissheit des Lebens» (Gerhart Schmidt) prägt den Stil der Essais.
Aus dem Inhalt: Von der Verdeckung des Leibes zur Leiberfahrung - Die Rolle von persönlicher Distanz, passivem Erleben und literarischer Selbstdarstellung für die personale Orientierung.