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Die Utopie des Leibes

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Andreas Waiden

Der Leib des Zöglings firmierte seit ihren Anfängen als Skandalon der Pädagogik. Ihn zu bekämpfen und zu bändigen galt ihr allemal als gesellschaftliche Aufgabe und nicht zuletzt als eigener Existenzgrund. Daß das erziehende Verhältnis zum Körper auch anders denn von Angst und Abwehr getragen sein kann, lehren hingegen drei reformpädagogische Ansätze der Weimarer Republik: Walter Fränzels pädagogisches Konzept einer Erziehung durch Nacktheit, Adolf Kochs naturistisches Programm einer Erziehung des menschlichen Körpers, und Gustav Wynekens Idee einer erneuerten Erziehung im Geiste des pädagogischen Eros; – sie nähren sich von einem Ausblick auf eine Utopie des Leibes, die die Schönheit und die Bedürftigkeit des menschlichen Körpers als Element seiner Erziehung und Bildung begreift. Ihre in der Gegenwart nur allzu gerne verdrängten Erziehungsgedanken herauszuarbeiten ist das Hauptanliegen dieser Arbeit.
Aus dem Inhalt: Die wilhelminische Gesellschaft um die Jahrhundertwende – Die Jugendbewegung – Der pädagogische Leib: Gustav Wyneken und der pädagogische Eros – Der erzogene nackte Leib: Walter Fränzel und das Lichtschulheim Lüneburger Land, die Adolf Koch Schulen und die proletarische Freikörperkultur.