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Finsternis, Tod und Blindheit als Strafe

Eine exegetische Untersuchung zu den Begriffen κρίνειν, κρίσις und κρίμα im Johannesevangelium

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Oliver Groll

Der Autor untersucht alle Stellen des Johannesevangeliums, an denen die Begriffe κρίνειν, κρίσις und κρίμα vorkommen. Der Schwerpunkt seiner exegetischen Arbeit liegt somit auf den zentralen, in der Forschung recht kontrovers beurteilten Texten Joh 3,17-21; 5,19-30; 9,39-41; 12,31-33; 12,47f. Grolls Ergebnis lautet: κρίνειν, κρίσις und κρίμα verweisen bei Johannes auf ein göttliches Strafgericht, das an den Nichtglaubenden bereits vollzogen wurde. Da der Verfasser des vierten Evangeliums als Vertreter einer bedrängten Gemeinschaft entschieden dualistisch denkt, besteht für ihn die Strafe derer, die nicht an Jesus glauben, schlicht darin: daß sie die Finsternis lieben, obwohl Jesus, das Licht, in der Welt ist (Joh 3); daß sie im Bereich des Todes dahinvegetieren, obwohl die Glaubenden im Leben sind (Joh 5); daß sie sich als blind erweisen, obwohl anderen die Augen geöffnet wurden (Joh 9).
Aus dem Inhalt: Das Vorkommen von κρίνειν, κρίσις und κρίμα im Johannesevangelium – Joh 3,17-21 – Joh 5,19-30 – κρίνειν und κρίσις in Joh 7f und in Joh 18 – Joh 9,39-41 – Joh 12,31-33 und Joh 16,8-11 – Joh 12,47f.