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Politik und Geschichte - Jakobinismusforschung in Deutschland

Band 1: DDR - Band 2: Bundesrepublik

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Heiner Wilharm

Die neuere deutsche Jakobinismusforschung kann als Brennpunkt der Aneignung eines strittigen demokratischen Erbes aufgefasst werden. Mit Bezug auf die «klassische, soziale Interpretation» der Französi- schen Revolution sowie die vergleichende Revolutions- und Aufklärungs- forschung verfolgt und analysiert der Verfasser politisch-ideo- logische, wissenschaftskonzeptionelle und methodologische Impli- kationen repräsentativer Beiträge einer 25-jährigen Rezeption deutscher radikaldemokratischer Traditionen der Revolutionszeit. Probleme der politischen und historisch-kulturellen Identität, Fragen demokratischer Kontinuität, Legitimität und Legitimation in Ost und West sind nicht zuletzt - im Blick auf historisch-klassische, jakobinisch-demokratische Politikstrategien - im Rahmen der bundes- deutschen und DDR-Jakobinismusforschung thematisiert und aktualisiert worden. Parteilichkeit, Gegenwartsbezug und Selbstverständnis, aber auch bestimmte wissenschaftstheoretische Optionen derartiger historischer/literaturhistorischer Demokratieforschung erhellen vor dem Hintergrund sich verändernder politischer Problemkonstellation in der Entwicklung beider deutscher Staaten; sie werden transparent in der genauen Analyse der wechselnden - teils «von aussen» ge- stellten, teils selbstverordneten - «gesellschaftlichen Aufgaben» einer demokratischen Wissenschaft. - Eine kritische Auseinander- setzung mit politischer «Geschichtsschreibung in demokratischer Absicht.»