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Ethnologie und Photographie im deutschsprachigen Raum

Studien zum biographischen und wissenschaftsgeschichtlichen Kontext ethnographischer und anthropologischer Photographien (1839-1884)

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Thomas Theye

Als im Jahre 1839 die Photographie vorgestellt wurde, schien sich eine neue, authentische Sicht auf fremde und exotische Welten zu eröffnen. Neben ethnographischen Aufnahmen von Sitten und Gebräuchen, Kleidung und Schmuck, Waffen oder Körperhaltung fanden die körperlichen Erscheinungsformen des Menschen die Aufmerksamkeit des «weißen» Forscher-Blicks. Photographien sollten unterschiedliche Entwicklungsstufen – körperliche wie kulturelle – objektiv und unwiderlegbar im Bilde festhalten und eine hierarchische Klassifikation illustrieren, in der sich die Weißen an der Spitze einer unabwendbaren Entwicklung sahen. Mit solchen historischen photographischen Quellen befasst sich die Visuelle Ethnologie, über deren gegenwärtige Forschungstendenzen ein kritischer Überblick gegeben wird. Ausgehend von der medialen Spezifik photographischer Quellen werden ausführlich methodische Aspekte in der Arbeit mit historischen Photographien dargestellt. Die Arbeit bringt Licht in das Beziehungsgeflecht von westlicher Expansion nach Übersee, Wissenschaftsentwicklung und Photographie. Dabei wird eine differenzierte Darstellungsweise bevorzugt, die durch eine Rekonstruktion einstiger Standpunkte kritisches Verstehen ermöglicht und so von heute aus getroffenen Pauschalurteilen entgegen wirkt.
Aus dem Inhalt: Arbeitsbegriffe – Überblick über den gegenwärtigen Forschungsstand der Visuellen Ethnologie – Diskussion rezenter Forschungsansätze zum Bearbeitungszeitraum – Aspekte der methodischen Vorgehensweise: Findekunst, Quellenkritik, Interpretation, Text – Kontext, Austausch – Teilhabe.