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Soziopolitische Evolution in Proto-China

Zur Entstehung gesellschaftlicher Ungleichheit und politischer Herrschaft in der protochinesischen Interaktionssphäre

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Thomas Hock

Die interdisziplinäre Arbeit untersucht die Entstehung gesellschaftlicher Ungleichheit und politischer Herrschaft im protochinesischen Neolithikum. Die gesellschaftstheoretische Interpretation archäologischer Befunde zeigt: Biogeographische und sozioökonomische Faktoren führten zwischen dem 5. und 3. Jahrtausend v.u.Z. zur Evolution komplexer Klassengesellschaften. Deren politische Herrschaftsformen wurden aber durch religiös-ideologische Faktoren wie Ahnenkult und Schamanismus mitbestimmt, die bereits zu Zeiten egalitärer Vergesellschaftung präsent waren. Vor diesem Hintergrund werden Theorien sozialer Evolution ebenso wie traditionelle materialistische Auffassungen kritisch hinterfragt und Implikationen für eine integrale historisch-materialistische Geschichtsauffassung aufgezeigt.
Aus dem Inhalt: Vom Kollektiv zur Klassenherrschaft: der Weg egalitärer Dorfgesellschaften zu stratifizierten Häuptlingsreichen – Biogeographie und Subsistenz: hirse- und reisbasierte Kulturen – Zur politischen Funktion von Ahnenkult und Schamanismus – Lineage- und Klassendifferenzierung: konische Clans und soziale Stratifikation – Herrschaft über Leben und Tod: Krieg, Kult und Kontrolle – Zementierung patriarchaler Herrschaft – Segmentäre und zentralistische Herrschaftsvariante – Formalismus und Reduktionismus von Theorien sozialer Evolution auf dem Prüfstand – Ökonomie, Politik und Religion als Vergesellschaftungs- und Herrschaftsmomente – Spezifika der protochinesischen Entwicklung.