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Goethes «Wahlverwandtschaften» und Wagners «Tristan und Isolde»

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Rainer Wiertz

Die versuchte Nähe der beiden Kunstwerke umgreift nicht nur rezep- tionsgeschichtliche Aspekte und gattungsästhetische Bezüge, sondern ist vor allem getragen vom Blick auf die omnipräsente Konjunktion von Liebe und Tod. Die Memorialisierung von Schuldindifferenzen individual- und gattungsgeschichtlicher Frühzustände im Lichte der Faden- und Webemetaphorik und der Annahme einer möglichen Über- legenheit des Weiblichen erlaubt eine Zusammenschau von Goethes Farbenlehre und Wagners Chromatik. Unter solch insistierender Synopse manifestiert sich eine Fülle analoger Strukturen und Motive in beiden Werken: Statik der Idylle und Dynamik des Zerfalls, Ent- semantisierung und Subjektdezentrierung als Seinsdank, Unsittlich- keit und Heiligkeit, Schein und Säkularisierung, Veränderung der Optik und Hoffnung auf eine Heiligung der Zeitlichkeit endlichen Daseins.
Aus dem Inhalt: Goethes und Wagners Kenntnis des Tristan-Volks- buches und Wagners «Wahlverwandtschaften»-Lektüre - Chromatik und Farbenlehre - Resurrectio saecularisata - Exkurs zum Wagnerbild.