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Die Ethik Albert Schweitzers vor dem Hintergrund der Nietzscheschen Moralkritik

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Gabriele Meurer

Ein zentrales Ziel dieser Studie ist es natürlich, die grundlegenden Unterschiede zwischen Schweitzer, dem großen Repräsentanten christlicher Religiosität und Moralität, und Nietzsche, dem erklärten «Antichristen» und «Immoralisten», im einzelnen darzustellen. Ein noch wichtigeres Ziel freilich wird darin gesehen, daneben auch darauf aufmerksam zu machen, daß dieser so offensichtlichen Gegensätzlichkeit zum Trotz eine durchaus beachtliche Vielzahl von Verwandtschaften, gar von überaus bedeutsamen Verwandtschaften, zwischen diesen beiden Denkern besteht. Es wird sich dabei zeigen, daß dies im wesentlichen zurückzuführen ist auf ihre gemeinsame Zugehörigkeit zu ein und derselben spezifischen Tradition. Gemeint ist die Tradition der Mystik, freilich der Mystik im weiteren Sinne – eine Position, die bezeichnenderweise auch bei namhaften Atomphysikern des 20. Jahrhunderts Beachtung gefunden hat.
Aus dem Inhalt: Frage der natürlichen bzw. biologischen Determiniertheit der Ethik – Differenzierung der Ethik in zwei grundlegende Ethiktypen: altruistische Ethik (bzw. Hingabeethik) und Selbstethik (bzw. Selbstvervollkommnungsethik) – Religionsphilosophische, ontologische und erkenntnistheoretische Fragen.