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Kunst als fraktales Spiel

Potentiale der Kommunikation in den Romanen Alfred Anderschs

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Michael Hesse

Die Freiheit des Individuums gilt als zentraler Begriff im Werk Alfred Anderschs. Die Arbeit rehabilitiert diesen Begriff, der in der Forschung häufig als Gegenbild zur sozialen Wirklichkeit verstanden wurde, als Basis eines in sich stimmigen Kunst- und Weltverständnisses. Unter Zuhilfenahme rezeptions- und kommunikationstheoretischer Modelle wird aufgezeigt, wie der Schriftsteller Andersch in seinen Romanen Sansibar oder der letzte Grund, Die Rote, Efraim und Winterspelt mit den Individuen umgeht, deren Freiheit er postuliert. Das Ergebnis ist ein Realitätsverständnis, in dem aktive Kunstrezeption, sprachliches Handeln und Sozialverhalten in wechselseitiger Verantwortung als selbstähnliche Facetten einer komplexen fraktalen Welt individueller Freiheit deutlich werden.
Aus dem Inhalt: Freiheit des Individuums als literarische Aufgabe im doppelten Wortsinn – Sozialverhalten im Spannungsfeld von offener und geschlossener Gesellschaft – Sprache als Spiegel und Konstituente der sozialen Gruppe – Rolle der Kunst zwischen Täuschung und Ent-Täuschung – Evidenz von Möglichkeit als Botschaft des fraktalen Spiels.