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Rap: More Than Words

Series:

Eva Kimminich

Die interdisziplinär angelegte Reihe setzt sich zum Ziel, das vielschichtige Wechselspiel zwischen Mensch und Welt zu beleuchten, wie es sich im Gebrauch von Stimme, Gebärde, Geste, Schrift und Zeichen manifestiert. Dieser Band befasst sich mit einer Jugend- und populärkulturellen Praxis: mit Rap, der verbalen Komponente unter den fünf Ausdrucksformen der Hip Hop-Kultur. In nur wenigen Jahrzehnten ist diese interaktive und transnationale Kultur des Wettstreits und des Ausdrucks von Botschaften weltweit zu einem bedeutenden ästhetischen Kommunikationsmedium geworden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachbereiche machten sich das an mündliche wie schriftliche Diskurstraditionen anschließbare Genre Rap unter verschiedenen Akzentsetzungen und in verschiedenen Ländern und Kulturen zur Forschungsaufgabe. Ihre auf empirischen Untersuchungen basierenden Ergebnisse lassen erkennen, was diese Kultur alles bieten kann: eine politikrelevante (Über)Lebenspraxis und -philosophie; eine Realisierung konfrontativ-aggressiver Energien, durch die Aufbau und Fortbestand eines Kollektivs gesichert werden kann, ein set beliebig kontextualisierbarer tools, aus dem sich spezifische Strategien der Identitätsher- und -darstellung ableiten lassen; ein (Sprach)Laboratorium, in dem dominante, aber auch sub- und gegenkulturelle Symbolsysteme rekonfiguriert werden, so dass auf Wirklichkeits(ausschnitts)konstruktionen und somit auch auf die Kulturprogramme unserer Weltgesellschaft eingewirkt werden kann.
Aus dem Inhalt: Richard Shusterman: Pragmatismus, Rap und Gewalt – Albert Scharenberg: Globalität und Nationalismus im afro-amerikanischen Hip Hop – Arno Scholz: Kulturelle Hybridität und Strategien der Appropriation an Beispielen des romanischen Rap – Dietmar Hüser: «Sex & crime & rap-music». Amerika im französischen Rap zwischen Traum und Alptraum – Sébastien Barrio: Underground-Rap in Bobigny: Ideologie einer populären Kultur – Monika Sokol: Verbal Duelling: Ein universeller Sprachspieltypus und seine Metamorphosen im US-amerikanischen, französischen und deutschen Rap – Martin Greve/Ayhan Kaya: Islamic Force, Takim 34 und andere Identitätsmixturen türkischer Rapper in Berlin und Istanbul – Frank Wittmann: Sexismus, Islamismus und Ghettoromantik. Die Dakarer HipHop-Bewegung Bul faale im Kontext der globalen Postmoderne – Michelle Auzanneau/Vincent Fayol: Äußerungsereignis und Sprachvariabilität im senegalesischen Rap – Eva Kimminich: (Hi)Story, Rapstory und ‘possible worlds’. Erzählstrategien und Körperkommunikation im französischen und senegalesischen Rap.