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Der Begriff der freien Kinderzeichnung in der Geschichte des Zeichen- und Kunstunterrichts von ca. 1890-1920

Eine problemgeschichtliche Untersuchung

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Reiner Hespe

Die Arbeit revidiert das Bild von der frühen Kunsterziehungsbe- wegung. Die Devisen «Wachsenlassen», «das Kind als Künstler» und «vom Kinde aus» waren keineswegs nur Ausdruck eines musisch-exal- tierten Irrationalismus. Die Reformer des Zeichenunterrichts und ihre Fach- und Bezugswissenschaftler waren eher einem erfahrungs- wissenschaftlichen Positivismus verpflichtet. Auf der Grundlage einer sich «darwinistisch» verstehenden Entwicklungsästhetik er- hofften sie sich von der Kinderzeichnung Aufschlüsse über die menschheitsgeschichtlichen Kunstanfänge. Ihre pädagogische Absicht war, das, was die Kinder von sich aus spontan zeichnen, durch adäquate Aufgabenstellungen zu klären, zu differenzieren, auszu- bauen. Die Haupt-, Neben- und Irrwege bei diesen historischen Problemlösungsversuchen werden erstmals gezeigt.
Aus dem Inhalt: U.a. Entwicklungsästhetik als Basistheorie - Re- kapitulationstheorien in der älteren Kulturanthropologie - Der Einfluss der physiologischen Ästhetik auf die Kinderzeichnungs- forschung - Kunstdidaktische Fehlkonzepte.