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Die Vermeidung internationaler Doppelbesteuerung von Einkommen und konsumorientierte Steuersysteme

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Branka Loncarevic

Konsumorientierte Systeme der Einkommensbesteuerung sind in der Literatur im Hinblick auf ihre entscheidungsbedingten Effizienzeigenschaften, Praktikabilität unter administrativen Aspekten und Erfüllung des Kriteriums einer fairen (gerechten) Einkommensbesteuerung ausführlich behandelt worden. Die Frage ihrer internationalen Verträglichkeit für ein Land mit einem solchen System auf dem Hintergrund der traditionellen Einkommensbesteuerung in anderen Ländern wurde jedoch nur selten gestellt, obwohl in solchen Fällen systembedingte Probleme zu erwarten sind. Diese Probleme ergeben sich bei der Anwendung der üblichen Maßnahmen zur Vermeidung internationaler Doppelbesteuerung auf Grund systematischer Unterschiede in Form einer zeitlichen und sachlichen Abweichung zwischen den Steuersystemen zweier Länder. Die Arbeit prüft die Anwendbarkeit und Wirksamkeit üblicher Maßnahmen zur Vermeidung internationaler Doppelbesteuerung, indem sie insbesondere die Wirkung der Anrechnungsmethode und des OECD-Musterabkommens auf den Kapitalwert von grenzüberschreitenden Investitionen untersucht. Dabei wird im Ergebnis gezeigt, dass im Rahmen eines zinsbereinigten Steuersystems keine spezifischen Probleme bei der Vermeidung internationaler Doppelbesteuerung entstehen, während die Vermeidung der Doppelbesteuerung bei einem sparbereinigten Steuersystem (nachgelagerte Besteuerung) in nur wenigen Ausnahmefällen gelingt.
Aus den Inhalt: Der Begriff der internationalen Doppelbesteuerung – Das traditionelle Steuersystem, konsumorientierte Steuersysteme und der Einkommensbegriff – Die Entstehung internationaler Doppelbesteuerung und übliche Vermeidungsmaßnahmen (unilaterale Maßnahmen, OECD-Musterabkommen) – Die Anwendbarkeit der Anrechnungsmethode und des OECD-Musterabkommens auf konsumorientierte Steuersysteme.