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«L’Allemagne nouvelle contre l’Allemagne éternelle»

Die französischen Intellektuellen und die deutsch-französische Verständigung 1944-1950- Diskurse, Initiativen, Biografien

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Martin Strickmann

Nach der französischen Niederlage von 1940, der deutschen Besatzung von Paris und Frankreich sowie der Befreiung durch die Alliierten empfinden viele Franzosen zunächst nachvollziehbare Hassgefühle und Ängste gegenüber Deutschland. Gleichzeitig denken aber auch französische Intellektuelle radikal um, lehnen die pauschale Verurteilung aller Deutschen und völkerpsychologische Stereotype des «Sonderwegs» des «ewigen Deutschland» dezidiert ab, fühlen sich mitverantwortlich für die Schaffung eines demokratischen «neuen Deutschland» und plädieren für dessen Integration in ein zukünftiges geeintes (West-)Europa. Nach 1945 gründen sie hierzu Komitees für Austausch und Aufklärung, organisieren erste deutsch-französische (Schriftsteller-) Treffen, unternehmen Vortragsreisen durch die Zonen und publizieren zahllose Schriften. Somit liegen u.a. in den Diskursen, Initiativen und Biografien dieser Intellektuellen die geistigen Ursprünge der deutsch-französischen Verständigung nach 1945 und sind damit auch ein Beitrag zu unserer (west-)europäischen Identität.
Aus dem Inhalt: Frankreich und Deutschland bis zur Nachkriegszeit – Die französischen Intellektuellen von der Dreyfus-Affäre bis zur Ära Sartre – Die Kulturpolitik in der französischen Besatzungszone – Initiativen und Diskurse französischer Intellektueller zur deutsch-französischen Verständigung nach 1944/45: Joseph Rovan, Alfred Grosser, Emmanuel Mounier, Raymond Aron, Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre, Albert Camus, Paul Ricœur, Jean du Rivau, Claude Bourdet, André Gide, Paul Claudel u.v.a. – Die ersten deutsch-französischen Treffen von Schriftstellern, Wissenschaftlern, Jugendleitern, Journalisten u.a. nach 1945 – Deutsch-französische Intellektuellen-Biografien.