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Lockes Nachlaßschrift «Of the Conduct of the Understanding» und ihr Einfluß auf Kant

Das Gleichgewicht des Verstandes- Zum Einfluß des späten Locke auf Kant und die deutsche Aufklärung

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Ivano Petrocchi

In der Kantforschung zählt Locke problemgeschichtlich gesehen zu den wichtigsten Vorgängern Kants. Die Forschung hat sich dabei – ähnlich wie Kant selbst – an Lockes opus magnum, dem Essay concerning Human Understanding, orientiert. Die Arbeit revidiert die landläufige Ansicht, nach der die englische Aufklärung keinen maßgeblichen Einfluß auf die deutsche gehabt habe. Lockes Nachlaßschrift Of the Conduct of the Understanding hat u.a. auf Wolffs mathematische Methode und auf seine Unterscheidung zwischen mathematischer, historischer und philosophischer Erkenntnis eine erhebliche Wirkung ausgeübt sowie – über die Vermittlung von Knutzen und Kypke – auch auf Kant. Die Erstlingsschrift Kants, die Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte, verdankt Lockes Nachlaßschrift ebensoviel wie die skeptische Methode der Vernunftkritik, die quellengeschichtlich auf Lockes Konzept der «Gleichgültigkeit» des Verstandes zurückverweist.
Aus dem Inhalt: Lockes Nachlaßschrift Of the Conduct of the Understanding: Vernunftoptimismus und Schwäche des Verstandes – Die Rezeption der Schrift in England und ihre Auswirkungen auf Deutschland – Die Mittlerrolle Issac Watts zwischen englischer und deutscher Aufklärung – Der Einfluß Lockes auf die Philosophie Wolffs – Kants Lehrer Knutzen als Anhänger Lockes – Kypkes Übersetzung von Lockes Nachlaßschrift – Der Einfluß Lockes auf Kants Gedanken – Kants skeptische Methode als Weiterentwicklung von Lockes Begriff der Gleichgültigkeit.