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Das Bild der Gewalt im Werk Goyas

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Anna Reuter

Zu den wichtigsten und polemischsten Aspekten in Goyas Œuvre gehört das Thema der Gewalt: Seine obsessive Auseinandersetzung mit dem menschlichen Leid hat die Kritik entweder als eine logische Konsequenz für Goyas radikal philanthropische Haltung gesehen oder, im Gegenteil, als ein verdächtiges Indiz für seine ambivalente Ethik gedeutet. Ungeachtet dieser disparaten Wertungen für Goyas Interesse an dem Thema gelten etwa seine Gefängnis-, Hinrichtungs-, Folter- und Kriegsszenen als ein Paradigma seiner Modernität. Wie die Untersuchung ausführt, handelt es sich bei Goyas Auseinandersetzung mit dem Thema um ein komplexes argumentatives Gefüge, das sich formal auf eine ikonographische Tradition gründet und inhaltlich nicht ohne die intellektuellen Diskurse seiner Zeitgenossen verständlich ist. Die Autorin geht mittels der Analyse der wichtigsten und in verschiedenen Techniken ausgeführten Werkkomplexe auf die implizierten Absichten des Künstlers ein. Hier nähert sie sich der Genese seines Themen- und Ikonographierepertoires, das vorbildhaft für das 19. und 20. Jahrhundert wirkte.
Aus dem Inhalt: Über Gewaltszenarien und falsche «Goyas» – Garrottierung eines Edelmannes – Eine Schlägerei als Kartonszene – Die Delinquenz als Kabinetthema – Die Folge des Marqués de la Romana – Strafen und Richten als aufklärerische Topoi in den Caprichos – Kriegsbeginn: Goyas 2. und 3. Mai 1808 – Kriegsjahre: Die Desastres de la guerra.