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«Rinnsteinkunst?»

Zur Kontroverse um die literarische Moderne während der Kaiserzeit in Deutschland und Österreich

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Heidi Beutin and Wolfgang Beutin

An der Jahrhundertwende um 2000, die zugleich eine Jahrtausendwende war, befaßte sich die Forschung verstärkt mit der künstlerischen Moderne, die vor und nach 1900 dominierte. Diese führte einen eben solchen Bruch in den Künsten herbei wie wiederum ein Jahrhundert zuvor die «Kunstperiode» (in Deutschland mit Sturm und Drang, Klassik und Romantik). Die Autoren zeichnen die Lineamente der literarischen Moderne nach, wie sie sich in dem Richtungsstreit während der Kaiserzeit in Deutschland und Österreich manifestierte, einer Kontroverse, zu der Wilhelm II. das diffamierende Wort von der Rinnsteinkunst beisteuerte. Im Zentrum der Untersuchung stehen die Berliner und mehr noch die Wiener Moderne mit ihren literarischen Theorien und inhaltlichen und formalen Innovationen, damit verbundene Probleme der Deutung und Bewertung, dazu ferner einige der wichtigsten Theoretiker der Moderne und deren Kritiker sowie charakteristische Motive.
Aus dem Inhalt: Konservatismus, Avantgardismus, Moderne – Kurt Hiller als Theoretiker der Berliner Moderne – Franz Mehrings Größe als Literaturkritiker – Das «Steinklopfer»-Motiv bei Ludwig Anzengruber und Ferdinand von Saar – Renaissance-Motivik in der Wiener Moderne – Karl Kraus und die europäische Avantgarde – Mechtilde Lichnowsky.