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Die Gegenwärtigkeit Johann Georg Hamanns

Acta des achten Internationalen Hamann-Kolloquiums an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 2002

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Bernhard Gajek

Unter dem Tagungsthema Die Gegenwärtigkeit Johann Georg Hamanns wird Hamanns Bedeutung für wichtige Fragen, Probleme und Diskurse unserer Zeit überprüft. In philosophischer Hinsicht geht es um Sprach-, Geschichts- und Zeichentheorie. Innerhalb der Theologie werden Hamanns Auseinandersetzung mit Kant, mit der rationalistischen Bibelkritik, sein Festhalten an der Autorität der Bibel und seine Gegenüberstellung von Abraham, Moses und Jesus behandelt. Anthropologie, Psychologie und Multikulturalität sowie Traditionen und Grundfragen der modernen Ästhetik und Übersetzungstheorie werden ebenso erörtert wie aktuelle, bisher übersehene Rezeptions- und Problembereiche, z.B. der Zusammenhang von Hamanns Denkstil mit dem Dekonstruktivismus oder der Systemtheorie. Schließlich werden Tendenzen der gegenwärtigen Hamann-Forschung sowie Erfahrungen bei Archivrecherchen (vor allem in Osteuropa) und bei Übersetzungen ins Finnische, Russische und Tschechische erläutert.
Aus dem Inhalt: Bernhard Gajek: Vorwort – Josef Simon: Zeichen und Sprache bei Kant, Hamann und heute – Eric Achermann: Hamanns Insistieren auf der sinnlichen Wirkkraft der Zeichen – Oswald Bayer: Hamanns Metakritik an Kants Kritik der reinen Vernunft. Zu ihrer Bedeutung für gegenwärtige Religionsphilosophie – Gwen Griffith Dickson: Hamann und das Problem des Bösen. Die Bedeutung von Hamanns Vernunft- und Sprachkritik für die moderne englischsprachige Religionsphilosophie – Frank-Joachim Simon: Analogien und Differenzen zwischen Hamanns Geschichtsdenken und der Auffassung von Geschichte in der Postmoderne am Beispiel Jean-François Lyotards – François Poncet: Narziss und kein Ende. Hamann zwischen Freud und Lacan – Manfred Beetz: Hamanns Interesse an Anthropologie – Johannes von Lüpke: Der zweideutige Charakter der Menschheit. Beiträge Hamanns zur Kritik der modernen Anthropologie – Eva Kocziszky: Leib und Schrift in Hamanns Aesthetica in nuce – Tom Kleffmann: Hamanns Begriff der Leidenschaft – Teruaki Takahashi: «Mitleid», «Herunterlassung» und «Ahnung» als Strukturmomente der interkulturellen Kommunikation. Zur Aktualität von Lessing, Hamann und Japan im Zeitalter der Multikulturalität – Rainer Fischer: Die multikulturellen Wurzeln des Christentums. Über die Radikalität von Hamanns Kleeblatt Hellenistischer Briefe – Hans Graubner: Hamanns Ästhetik des Erhabenen und die Wiederkehr des Erhabenen im 20. Jahrhundert – Walter Ruprechter: Thesen zur Gegenwärtigkeit von Hamanns Ästhetik – Albert Meier: Verdruss und Vergnügen. Über Hamanns problematisches Interesse an Drama und Dramentheorie – Kai Hendrik Patri: «Schweigen» bei Hamann und in der Literatur des 20. Jahrhunderts – Jürgen Joachimsthaler: Die Ästhetik des Verlusts. Hamanns (indirekte) Gegenwärtigkeit in Zeitalter und Literatur der Deprivation – Christoph Deupmann: Zur Kritik der Gewalt bei Hamann – Michael Wetzel: Vom Paratext zum Hypertext: Hamanns Autorschaft und interaktive Lesemodelle – Denis Thouard: Hamann und der Streit um die Poesie der Hebräer – Anne Bohnenkamp: «Lieber stark als rein». Das Hohelied Salomos in den Übersetzungen Johann Georg Hamanns, Martin Bubers und der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift von 1974 – Naomi Miyatani: Im Spannungsfeld zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Laut und Buchstabe in Johann Georg Hamanns Zwey Scherflein zur neusten Deutschen Litteratur – Sabine Marienberg: Vico, Hamann und die sprachliche Verfaßtheit der Welt – Eckhard Schumacher: Die Ironie der Unverständlichkeit. Stabilisierung und Destabilisierung bei Jacques Derrida, Friedrich Schlegel und Johann Georg Hamann – Ildikó Pataky: «Stärke und Schwäche der Feinde der Offenbarung». Dekonstruktive Lesemethode in Hamanns Schriften Aesthetica in nuce und Schriftsteller und Kunstrichter – Sven-Aage Jørgensen: Einfälle und Zweifel zum Thema: «Hamann und der Dekonstruktivismus» – Martin Seils: Hamann und Luther. Öffentlicher Abendvortrag in Wittenberg am 6. März 2002 – Helgo Lindner: Hören auf Johann Georg Hamann in der Auseinandersetzung um die Wahrheit der Bibel. Die bleibende Bedeutung der Hamann-Rezeption im Hallenser Biblizismus – Joachim Ringleben: Søren Kierkegaard als Hamann-Leser – Ze’ev Levy: Hamanns Gegenüberstellung von Abraham, Moses und Jesus – Stefan Majetschak: «Das Gängelband der Sprache und Schrift». Das Sprachthema in Johann Georg Hamanns Auseinandersetzung mit Moses Mendelssohn – Hans Dietrich Irmscher: Der «gegenwärtige Aeon» in Hamanns Aestetica in nuce und das Problem der Moderne am Beispiel von Herders Poesie-Auffassung – Günter Arnold: Hamanns Verhältnis zum Staat im Dialog mit Kant