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Das andere Leben

Zeit und Erinnerung im Werk Jurij Trifonovs

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Wolfgang Weitensteiner

Jurij Trifonov (1925-1981) gilt gemeinhin als psychologisch exakter Analytiker des sowjetischen Lebens der 60er und 70er Jahre. Diese Untersuchung zeigt einen neuen, bisher unbekannten Trifonov: den Visionär und Schöpfer eines «anderen Lebens», das aus den unwillkürlichen Erinnerungen erwächst, mittels derer seine Figuren ihre Leiden an einer zerstörerischen Zeit verarbeiten. Hierbei werden verloren gegangene Werte wie Wahrheit, Dauer und Gerechtigkeit wieder lebendig, die angesichts des Immoralismus der sowjetischen Wirklichkeit revolutionär anmuten und Trifonovs Anderssein in der damaligen Literatur begründen.
Aus dem Inhalt: Von der Zeit deformiertes Leben und die Notwendigkeit der Erinnerung - Trifonovs Zeit: Geschichte als zerstörerische Realität – Direkte Darstellungsformen der Zeit im Werk Trifonovs: Naturmetapher und Chronotopos – Der Mensch als Opfer der Zeit – Notwendigkeit und Chance der Erinnerung – Erinnerung und «anderes Leben» - die unverfügbare Präsenz der Erinnerung – Das «andere Leben»: Wahrheit, Selbstbestimmung, Unsterblichkeit, Gerechtigkeit – Die unbewusste Pflicht zur Erinnerung.