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Die Ungarische Akademie der Wissenschaften im Systemwechsel 1986 bis 1994

Zwischen Tradition und Modernisierung

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Agathe Gebert

Die Arbeit wurde 2004 im Rahmen der Südosteuropa-Gesellschaft mit dem Förderpreis der Fritz und Helga Exner Stiftung ausgezeichnet.
Die konsequente Entstaatlichung und Autonomisierung der Wissenschaft und ihrer institutionellen Träger im Systemwechsel der 1980/90er Jahre bedeutete für die Ungarische Akademie der Wissenschaften die Umwandlung von einer sozialistischen Forschungsakademie in eine öffentliche Körperschaft. Mit Hilfe eines hermeneutischen Ansatzes untersucht die Arbeit die Reform dieser Institution in unmittelbarer Abhängigkeit vom spezifisch ungarischen Reform- und Transformationsprozeß. Es wird gezeigt, daß die politische Instrumentalisierung der Akademie für die Reformen letztlich zu ihrer Selbstbefreiung führte: Die Akademie avancierte zu einem unverzichtbaren gesellschaftlichen Partner der Politik, dessen wissenschaftliche Expertise die Reformen vorantrieb. Sie gewann dadurch nicht nur den Spielraum für ihre Selbstreform, sondern konnte weitere Umstrukturierungen im Wissenschaftssektor initiieren und sich als nationale Wissenschaftseinrichtung mit zentralen Kompetenzen profilieren.
Aus dem Inhalt: Geschichte der Ungarischen Akademie der Wissenschaften seit 1827 – Die Akademie im Dienste der Reformen – Entstehung des neuen Akademiegedankens im Systemwechsel – Reformen der Akademie und ihres Institutverbundes – Neuregelung der postgraduellen Ausbildung und Qualifizierung – Verrechtlichung der Akademie – Akademiegesetz 1994.