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«mannes manheit, vrouwen meister»

Männliche Sozialisation und Formen der Gewalt gegen Frauen im «Nibelungenlied» und in Wolframs von Eschenbach «Parzival»

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Robert Scheuble

Gewalt gegen Frauen ist in der höfischen Literatur des Mittelalters ein häufiges Motiv. Diese Beobachtung scheint auf den ersten Blick mit den Idealen höfischen Verhaltens sowie der inszenierten Frauenverehrung nicht vereinbar. Diese Untersuchung unternimmt den kritischen Versuch, männliches Gewalthandeln im Mittelalter durch die Anwendung soziologischer und psychologischer Theorien zu erklären. Hierzu wird erstmalig ein Modell männlicher Sozialisation im Mittelalter entworfen, das als Vergleichsbasis für die Betrachtung der literarischen Figuren dient. Aus dieser Perspektive werden in der Siegfriedhandlung des Nibelungenliedes und in Wolframs Parzival strukturelle, diskursive und manifeste Gewaltformen analysiert. Dabei zeigt sich unter anderem, daß sowohl die erzählten Gewalthandlungen als auch die Art und Weise des Erzählens selbst das Ziel verfolgen, die männliche Vorherrschaft im Verhältnis der Geschlechter zu stabilisieren.
Aus dem Inhalt: Modelle männlicher Sozialisation und die Rolle von Gewalt – Männliche Sozialisation und Gewalt im Mittelalter – Die Siegfriedhandlung des Nibelungenliedes – Gewalt gegen Frauen in Wolframs Parzival – Ausblick.