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Mensch sein, Frau sein

Autobiographische Selbstentwürfe russischer Frauen aus der Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs um 1917

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Kerstin Gebauer

Die Untersuchung wendet sich unter genderorientierten, literatur- und kulturgeschichtlichen Fragestellungen dem erinnernden Schreiben von fünf Russinnen zu. Sowohl die Aufzeichnungen der Psychoanalytikerin Sabina Spielrein als auch die Tagebücher der Exilantinnen Katherina Sayn-Wittgenstein und Alja Rachmanowa werden erstmals auf ihre autobiographische Schreibspezifik untersucht, das erinnernde Schreiben Lilja Briks und Aleksandra Kollontajs aus bisheriger Rezeption herausgelöst. Exemplarische Analysen decken die differenzierte Funktionalisierung autobiographischen Schreibens vom Silbernen Zeitalter bis zum Umsturz im Oktober 1917 auf und legen dar, welche unterschiedlichen weiblichen Orientierungen durch das Schreiben re-/produziert werden. Textauswahl und -anordnung sowie methodischer Zugang ergeben eine neue Sicht auf epochenspezifische weibliche autobiographische Artikulation und Selbstkonstruktionen.
Aus dem Inhalt: Sabina Spielreins Flucht in mythisch-mystische Sphären - Das Tagebuch einer heimlichen Symmetrie – Im Sog gesellschaftlicher Ereignisse - Katherina Sayn-Wittgensteins Selbstwahrnehmung und historische Reflexion – Alja Rachmanowas Sehnsucht nach dem ganzen Menschen – Selbstzensierte Lebenserfahrung - Aleksandra Kollontajs Autobiographie einer sexuell emanzipierten Kommunistin – Ein Leben für Kunst und Künstler - Lilja Briks Erinnerungen an Majakovskij.