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Kunst und Politik bei Aragon

Vom Surrealismus zur Poésie de Circonstances

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Hans-Joachim Neyer

Die willkürliche Parzellierung des Aragonschen Werks in (z.B.) surrealistisch-autonome («dekadente») und realistisch-politische («kommunistische») Phasen entspricht allein methodischen und welt- anschaulichen Voreinstellungen der Interpreten (bzw. «Schulen»). Demgegenüber versucht die vorliegende Arbeit zu zeigen, dass der Realismus der Résistancedichtung unabdingbare theoretische und praktische Voraussetzungen im Surrealismus Aragons hat. Permanente Reaktion auf und reflektierter Widerspruch gegen gesellschaftliche Vereinnahmung und normative Routinedichtung bilden ein wesentliches Kontinuum bei Aragon. Die Hegelianisierung surrealistischer Theorie und Praxis führt zum «réalisme surréaliste» des «Paysan de Paris» und - auf widersprüchliche Weise - auch zur «Poésie de Cir- constances».
Aus dem Inhalt: U.a. Der literarische Cubismus in der Herausforderung durch Film und Reklame - Dada im 1. Weltkrieg - Aragon und die Linke - Courbet und Sade - Surrealismus und Hegel - Romantische Parkkonzeption (Rousseau) und surrealistische Stadtutopie vs. Maschinenästhetik (Le Corbusier/Léger) und Art Déco - Bruch mit Breton und Agitprop.