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D’Annunzio – Abenteurer und charismatischer Führer

Propaganda und religiöser Nationalismus in Italien von 1914 bis 1921

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Bettina Vogel-Walter

Der Dekadenzautor D’Annunzio ist die charismatische Signalfigur Italiens in der Krise des Liberalismus bis zum Sieg des Faschismus. An ihm wird deutlich, daß es keine lineare Entwicklung des liberalen Staates zum Faschismus gab. Hier zeigt sich die Problematik der Rechts-Links-Debatte bis Sommer 1920. Ein an Wagners Gedanken geschulter Schriftsteller, Journalist und Bühnenautor wird zum modernen Intellektuellen und politischen Formgeber. Als überparteiliche Stimme des Volkes findet er sogar mit staatsfeindlichen Äußerungen Anhänger in nahezu allen Parteien, im Militär und der Bürokratie. In der Reflexion des charismatischen Führers D’Annunzio zeigt sich die strukturelle Dynamik der Gesellschaft auf dem Weg in die Moderne.
Aus dem Inhalt: D’Annunzio als italienischer Kriegsprophet im Ersten Weltkrieg – Avantgarde flankiert moderne Politik – USA und der Paradigmenwechsel in der Außenpolitik – Piratenstaat Fiume: fünfzehn Monate Terrorismus – Wandel von charismatischer Organisation zu modernem Verfassungsstaat in Fiume als Gegenentwurf zu Italien.