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Die Ur- und Frühgeschichtswissenschaft in der DDR von 1945-1980

Miterlebte und mitverantwortete Forschungsgeschichte

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Im Forschungsprozess ist es notwendig, von Zeit zu Zeit rückschauend innezuhalten und den begangenen Weg reflektierend zu betrachten, um den eigenen Standort einordnen und wo nötig das eigene Ziel korrigieren zu können. Solche forschungsgeschichtlichen Unter- suchungen - aus weitem und emotionsfreiem Abstand unternommen - können den historischen Gang einer Wissenschaft nachzeichnen, Ansätze und Begriffe klären und uns die Einsicht in die wahrscheinliche Relativi- tät auch des eigenen Bemühens vermitteln. Forschung vollzieht sich in ihren Zielsetzungen, methodischen Ansätzen und Wegen aber nicht mehr - wenn überhaupt jemals - in Generationssprüngen, sondern ist ein durch vielerlei weltweite Kommunikationsmöglichkeiten geförderter und immer schneller ablaufender Prozess. Es wird also notwendig sein, den forschungsgeschichtlichen Rückblick nicht nur in historische Fernen zu richten, sondern die jüngsten Entwicklungen einzube- ziehen - auch auf die Gefahr hin, aus eigenem Erleben begründete subjektive Wertungen einzuschliessen.
Archäologie ist in ihren theoretischen Grundlagen wie alle Geschichts- wissenschaften den Zeitströmungen und Dogmatisierungsbestrebungen unterworfen. Nur eine ideologiekritische Analyse der marxistischen, nationalistischen, kulturevolutionistischen und anderer Geschichts- theorien kann die eigenen geistigen Abhängigkeiten aufdecken und den eigenen Standort erhellen. Neben grundsätzlichen Analysen kann dazu eine Geschichte der jüngsten Forschung einen Beitrag leisten, die notwendig eine erlebte Forschungsgeschichte sein muss.
Aus dem Inhalt: Organisation - Personelles - Bodendenkmalpflege - Aus- stellungswesen - Forschung - Universitäten - Schulen und Öffentlich- keit - Ideologie - Prognose - Forschungsquellen.