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Der Zufall und das Spiel der Worte im Erzählwerk Tommaso Landolfis

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Halka Breyhan

Das Missverständnis, dass es überhaupt eine Verständigung geben könnte, liegt schon in ihrer stillschweigenden Voraussetzung. Jegliche Kommunikation wird hier in Frage gestellt: Ist der Schriftsteller persönlich nicht dazu imstande oder reicht das Mittel (die Sprache) an sich nicht aus? Wie sich herausstellt, präsentiert sich Landolfis poetische Sprache des Zweifels und der Widersprüche anhand eines komplexen Zufallskonzepts, welches diese Studie erstmals nachzuzeichnen versucht. Es übernimmt die Funktion, auf die Bezugs- und Sinnlosigkeit sowohl im Schreiben als auch im Leben zu verweisen. Im Bewusstsein der Unzulänglichkeit der Darstellungsfunktion von Sprache ist Landolfis Wirklichkeit zugleich eine Nicht-Wirklichkeit: Sein Subjektivismus – Schwäche und Stärke zugleich – liegt im Kultivieren des Zweifels und schließlich auch in seiner Lenkung des Zufalls unter der Verwendung von Gesetzen, die zwangsläufig auch das Spiel der Worte regeln müssen. Das Erzählwerk des italienischen Schriftstellers Tommaso Landolfi steht unter Einbeziehung seiner literarischen Tagebücher im Mittelpunkt dieser Untersuchung.
Aus dem Inhalt: Einführung in Landolfis Erzählwerk – Zufallsoperationen in der Kunst – Literaturgeschichtliche Entwicklung von Kontingenz und Zufall – Unzulänglichkeit der poetischen Sprache – Abschweifung als narratives Mittel – Das Unvorhergesehene als Schicksal – Landolfis fiktive Tagebücher – Eingebundenheit in traditioneller Sprache und Negation derselben – Sprache des Zweifels und der Widersprüche.