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Diakonie der Religionen 3, «Narasevā» - Moderne Hindudiakonie

Erscheinungsformen, Konzepte, Strategien, religiöse und weltanschauliche Begründungen

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Roswitha Möstl

In der jüngeren Hindu-Tradition hat sich ein religiöser Paradigmenwechsel vollzogen, der im ethisierten Hinduismus seinen Ausdruck findet. Im Zentrum allen ethischen Handelns steht der bedürftige und notleidende Mensch. Durch die Identifikation der Nächstenliebe mit der Gottesliebe, die sich durch den Dienst am Menschen verwirklicht, ist es möglich, Kastenschranken zu überwinden und eine universale Solidarität zu entwickeln. Die moderne Hindudiakonie beruft sich auf religiöse und weltanschauliche Begründungen aus der eigenen indigenen Tradition. Die Rückbesinnung auf die heiligen Schriften der Hindus und deren zeitgemäße Interpretation bilden die theologische Grundlage für das Dienstengagement. Sevā, der Dienst an der Welt, erhält durch die Maxime Sewa is the Supreme Dharma religiöse Würde. Die Praxis der Hindudiakonie hat im 20. Jahrhundert eine moderne Gestalt angenommen. Die Hauptkraft dieser neuen Form der Hindudiakonie sind sowohl Großverbände als auch kleinere Organisationen. Sie sind auf private Initiativen zurückzuführen oder dem Engagement religiöser Einrichtungen zu verdanken. Sie tragen entscheidend zur Verbesserung der sozioökonomischen Lage der bedürftigen Gesellschaftsschichten bei und folgen dem Grundsatz « Narasevā ist Nārāyanasevā».
Aus dem Inhalt: Diakonie im Hinduismus – Herkunft und Hintergründe der Hindudiakonie (Sevā) – Synopse der Hindu-Sevā-Organisationen in Indien und weltweit – Typologie der institutionalisierten Hindu-Sevā – Religiöse und weltanschauliche Begründungen der modernen Hindudiakonie – Erscheinungsformen, Strategien und Konzepte bei der Umsetzung von Sevā.