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Widerstandsrecht bei Schiller

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Patrick Häffner

Die Frage, ob einer Ethnie, einer Gruppe oder einem Individuum ein Recht auf Widerstand gegen eine illegitime Herrschaft zusteht, durchzieht die Menschheitsgeschichte in immer neuen Facetten. Schiller thematisiert in seinem dramatischen Werk leitmotivisch die Frage nach dem Verhältnis des von Menschen gesetzten positiven Rechts, das sich auf Konventionen der Herrschenden gründet und daher fehlbar ist, und unverrückbaren höheren Normen, die einen Widerstand gegen die legalistisch abgesicherte Ordnung ermöglichen können. Seine Figuren erheben sich etwa gegen die patriarchalische Ständeordnung oder wenden sich in einem nationalen Befreiungskampf gegen fremdländische Besatzungstruppen. Diese Konfliktlinien entlang der Legalität und Legitimität staatlicher Macht sind konstitutiv für die Frage, ob Maßnahmen gegen die Staatsgewalt als Widerstand oder als Terrorismus etikettiert werden.
Aus dem Inhalt: Widerstandsrecht – Einzelanalysen von Dramen Schillers (Wilhelm Tell, Die Verschwörung des Fiesco zu Genua, Die Räuber, Don Carlos, Wallenstein, Jungfrau von Orleans, Maria Stuart, Demetrius, Warbeck) – Aktuelle politologische Bezüge im Spannungsverhältnis Legitimität/Legalität.