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Luigi Alamanni – Politik und Poesie

Von Machiavelli zu Franz I.

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Elisabeth Frege Gilbert

Der Florentiner Humanist Luigi Alamanni (1495-1556) war ein Freund Niccolò Machiavellis und engagierter Kritiker der Medici, der in den Kreisen der Orti Oricellari verkehrte. Nach einer mißlungenen Verschwörung gegen den späteren Papst Clemens VII. ins Exil verbannt, gab er mit den Opere Toscane (1532) seinen Einstand am französischen Hof und durchlief eine vielbeachtete literarische Karriere. Alamanni blieb Zeit seines Lebens politisch aktiv und bemüht, die Medici entmachtet zu sehen. Zugleich nutzte der Humanist seine literarischen Kenntnisse sowie den Mythos seiner Heimatstadt als kulturelles Zentrum Italiens, um sich selbst als Repräsentanten der translatio studii zu inszenieren und damit seinem Gönner Franz I. die kulturelle Vormachtstellung in Europa zu sichern. Von den Zeitgenossen als neuer Petrarca und Vergil gefeiert, fungierte er als Mittler für viele italienische Künstler und Gelehrte.
Aus dem Inhalt: Die Orti Oricellari: Alamannis politische und poetische Prägung – Florenz als Republik – Theorien zum Tyrannenmord: Machiavelli – Republikanische Dichtung – Die Darstellung Franz’ I. in Alamannis Dichtung – Selbstdarstellung: von Ovid und Petrarca zu Dante und Savonarola – Mittler zwischen Italien und Frankreich: Literatur, Kunst, Musik – Der Einfluß der Opere Toscane auf die französische Dichtung: Marguerite de Navarre, Clément Marot, Louise Labé, Maurice Scève, Joachim du Bellay – Alamanni als neuer Vergil.