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Labyrinthe der Prosa

Interpretationen zu Robert Walsers "Jakob von Gunten</I>, Franz Kafkas "Der Bau </I>und zu Texten aus Walter Benjamins "Berliner Kindheit um neunzehnhundert</I>

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Jörg Gallus

Robert Walsers Jakob von Gunten, Kafkas Der Bau und Texte aus Benjamins Berliner Kindheit um neunzehnhundert werden in dieser Arbeit als Gegenentwürfe zum konventionellen und sprachfernen Alltags- und Epochenbewußtsein des 20. Jahrhunderts gelesen. Die vertrackte und komplexe Prosa der Texte ist in dieser Perspektive keine literarische Finesse, sondern sie macht die in ihnen dargestellte Labyrinthik der Subjektivität und des Alltags erst konkret erfahrbar. In der Detailanalyse bis in die Konstitutionsbedingungen einzelner Sätze hinein wird deutlich, daß sich diese Subjektivität nur in und mit der Prosalabyrinthik zu entwerfen vermag – entweder folgt sie ihr (tagebuchschreibend bei Walser, erinnernd bei Benjamin) oder versucht, sie zu ignorieren (als Tier bei Kafka). Erkennbar wird, wie stark das Bewußtsein oder Nichtbewußtsein der eigenen Prosalabyrinthik mit einer existentiellen Reflexion auf die Genese von Subjektivität im Horizont des prosaisch Alltäglichen einhergeht. Während die Protagonisten Walsers und Benjamins in diesem Alltäglichen über es hinauszugelangen suchen, unterwirft sich das Tier bei Kafka diesem prosaisch Alltäglichen völlig; die labyrinthisch gestaltete Sprachlichkeit menschlicher Existenz ist der gemeinsame Horizont der untersuchten Texte.
Aus dem Inhalt: Literarische Labyrinthe – Jakob von Gunten: Das andere Verfasserbewußtsein, Perspektiven der labyrinthischen Denk- und Schreibweise – Der Bau: Orientierung und Desorientierung, Konturen eines Verfasserbewußtseins, Die Dynamik des Defizitären – Berliner Kindheit um neunzehnhundert: Labyrinthisches Erzählen (Tiergarten), Exkurs zu Franz Hessels Spazieren in Berlin (Die Mummerehlen), Subjektivität als Sprachbewußtsein.