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GastroLogie

Series:

Eva Kimminich

Die interdisziplinär angelegte Reihe setzt sich zum Ziel, das vielschichtige Wechselspiel zwischen Mensch und Welt zu beleuchten, wie es sich im Gebrauch von Stimme, Gebärde, Geste, Schrift und Zeichen manifestiert. Dieser Band widmet sich kulturvergleichend der abendländischen Esskultur und ihrer Entwicklung. Vor dem Hintergrund gesellschafts- und wirtschaftspolitischer, bio- und gentechnologischer Entwicklungen befassen sich die Beiträge mit den theologischen und philosophischen Kontexten von Speisesystemen, Lebensmittelproduktion und Essverhalten. Ausgegangen wird von den aktuellen Entwicklungen der Nahrungsmittelindustrie, die im Okzident, wie durch Gegenüberstellung mit der indischen und koreanischen Esskultur sichtbar wird, in auffallender Weise durch Manipulation und Substitution natürlicher Erzeugnisse gekennzeichnet sind. Die Ursachen dieses gastroLogischen Sonderweges werden in den Kernmetaphern abendländischer Kulturprogramme gesucht.
Aus dem Inhalt: Eva Kimminich: Bemerkungen über die kultürlichen Paradiese des homo «gastro-logicus» – Heidi Salaverría: Fast Food und Leib Christi. Pragmatistische Reflexionen auf das Verhältnis von Christentum und Esskultur – Monika Schmitz-Emans: Bibliophagische Phantasien. Bücherfresser und ihre Mahlzeiten – Sabine Gross: Lese-Hunger – Brita Schirmer: Die kulturellen Grundlagen von Essstörungen – Wilhelm Graeber: Der gefräßige Diener. Zur Komik eines Typus der Commedia dell’arte – Gerhild Fuchs: Neoavantgardistische Essens- und Hungerexzesse bei Luigi Malerba und Gianni Celati – Reinhard Krüger: Eierspeisen, Gastrologie und Kosmologie: Speisemetaphern, kosmologische Modelle und Welterkenntnis bei Petronius Arbiter und Martianus Capella – Ulrich Oberdiek: Von den Schwierigkeiten des Essens im hinduistischen Kulturbereich – Yo-song Park: Synkretismen in der Küche. Ein Beitrag zur Kulinarischen Semiotik.