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Das Zwischenreich der symbolischen Formen

Ernst Cassirers Erkenntnistheorie, Ethik und Politik im Spannungsfeld von Historismus und Neukantianismus

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Gérard Raulet

Diese Untersuchung verfolgt ein doppeltes Ziel. Sie setzt philologisch an und versteht sich zunächst als ein philologischer Beitrag zu den Cassirer-Studien. Zugleich und darüber hinaus spiegelt sie aber auch die langjährige Bemühung des Autors um eine Aktualisierung der Philosophie der symbolischen Formen im sogenannten postmodernen Kontext wider. In dieser Hinsicht gipfelt sie im vierten Kapitel, das Cassirers Demokratie-Konzept behandelt. Vorbereitet wird dieses zentrale Kapitel durch eine Darstellung der fast ununterbrochenen Auseinandersetzung des Neukantianers Cassirer mit der Historismusproblematik, auch und vor allem in seinen erkenntnistheoretischen Schriften. Wiewohl Cassirers Bekenntnis zum angelsächsischen Demokratieverständnis und zu dem damit zusammenhängenden Pluralismus nicht zu leugnen ist, darf man die tieferen Motive dieses Bekenntnisses nicht vernachlässigen. Vielmehr soll es mit deutschen Demokratiekonzepten der Zwischenkriegszeit in Verbindung gebracht werden, denen Denkmomente abgewonnen werden können, die uns ein Stück weit über die heutzutage alles überdeckende Entgegensetzung des angelsächsischen Liberalismus – sei er Rawls’scher oder neokommunitaristischer Provenienz und des Republikanismus der französischen Citoyenneté hinaushelfen können.
Aus dem Inhalt: Leben, Geist, symbolische Formen – Zur Untrennbarkeit von Naturwissenschaft und Kulturphilosophie – Cassirers Methodik der Philosophie- und Ideengeschichte – Cassirers Hermeneutik – Cassirers politische Aufsätze: Vom Historismus zum demokratischen Pluralismus – Sprache und Symbol in den sprachphilosophischen Schriften.