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Anamnese und Apostolizität

Der Zweite Petrusbrief und das theologische Problem neutestamentlicher Pseudepigraphie

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Hermann Josef Riedl

Zur Lösung des theologischen Problems neutestamentlicher Pseudepigraphie präsentiert diese Studie einen Ansatz, der sich aus der biblischen Kategorie der Erinnerung bzw. Anamnese ergibt. Die Analyse der hermeneutischen und theologischen Bedeutung dieser Kategorie und ihrer Verwendung im Zweiten Petrusbrief führt zu folgender These: Der pseudonyme Autor vergegenwärtigt in der Anamnese die heilsgeschichtliche Situation des Apostels Petrus, er wird gleichzeitig mit ihm und tritt anamnetisch an seine Stelle. Die Pseudepigraphie ist deshalb nicht nur «erinnerte Tradition», sondern auch «Mittel der Anamnese». Durch eine anamnetische Textinterpretation können somit Autorenschaft und Brief als Ausdruck anamnetischer Apostolizität verstanden werden.
Aus dem Inhalt: Der Zweite Petrusbrief und die Frage der Authentizität – Theologische Lösungsansätze zum Problem neutestamentlicher Pseudepigraphie – Pseudepigraphie und Anamnese: Das Erinnern als ein Schlüsselbegriff des Zweiten Petrusbriefes; die hermeneutische und theologische Bedeutung der Erinnerung; zur Erinnerung aus jüdischer Perspektive; Anamnese im Zweiten Petrusbrief – Anamnese und Apostolizität.