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Herrnhuter in Hessen

Der Herrnhaag in der Grafschaft Büdingen

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Matthias Graf

1736 mußte der Graf von Zinzendorf Sachsen und Herrnhut verlassen. Er fand, nach einem Umweg über Frankfurt, im hessischen Büdingen mit seiner Brüdergemeine eine neue Heimat. Die Geschichte dieser Siedlung dauerte nur zwölf Jahre, aber der Name Herrnhaag steht für ein Experiment, das in der Geschichte des Alten Reiches nicht seinesgleichen hat. Adlige, Handwerker, Bauern und Tagelöhner lebten, arbeiteten und feierten hier gemeinsam. Man hatte sich einer mystisch-ekstatischen Religiosität verschrieben, die ihr kulturgeschichtliches Echo in Klopstocks Messias und Goethes Werther fand. Familienstrukturen galten nicht mehr, neue Formen des Zusammenlebens wurden erprobt, über alle Standesgrenzen hinweg war einer für den anderen da und kontrollierte ihn gleichzeitig. Die Geschichte des Herrnhaag in ihren sozialen, kulturellen und politischen Aspekten sowie ihre Vorgeschichte ist das Thema dieser Arbeit, die somit einen Überblick über die Herrnhuter in Hessen während der Zinzendorfzeit geben will.
Aus dem Inhalt: Leben Zinzendorfs – Böhmische Brüder – Herrnhut – Brüdergemeine – Büdingen – Herrnhuter in Frankfurt – Herrnhaag – Religiöse Lieder – Festkultur – Ausweisung Büdingens – Goethe und Herrnhaag.