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Künstler und Modell

Zwischen Imagination und Wirklichkeit - Untersuchung zum Modellkult zwischen 1860 und 1920

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Gabriele Maria Hovestadt

Die Arbeit setzt sich erstmalig systematisch mit dem Phänomen Modellkult auseinander. Die teils obsessive Verehrung eines Modells durch einen oder mehrere Künstler gehört zum fest etablierten Kanon der Kunstgeschichtsschreibung. Anhand von Fallbeispielen werden differenzierte Muster zwischen Künstler und Modell analysiert, um den Kult in Form, Inhalt und Zielen zu beleuchten. Neben Anna Risi, Muse Anselm Feuerbachs, und der Tragödin des späten 19. Jahrhunderts, Sarah Bernhardt, wird auch das in der Forschung bis dahin unbearbeitete Bild der Theaterschauspielerin Tilla Durieux erörtert. Die historische Einbindung der ausgewählten Bildnisse in ihren künstlerischen und gesellschaftlichen Kontext entlarvt den Modellkult als spezifische Erscheinung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Der Studie ist ein umfangreicher Katalogteil mit über 350 Gemälden, Druckgraphiken, Zeichnungen und Skulpturen der Modelle angefügt.
Aus dem Inhalt: Die Grammatik des weiblichen Körpers – Leighton und die Selektion seiner Modelle – Anna Risi: Spiegel und Inkarnation der Künstlerseele – Lucia Brunacci: Redundanz und Beliebigkeit – Weibliche Archetypen der Dekadenz und ihre Adaption durch Bernhardt – Kunstkörper und Körperkunst – Reproduzierbarkeit versus Originalität – Zeitgenossenschaft von Bildhauer und Modell – Tilla Durieux: Der Beruf der Schauspielerin (1914) – Die Artistik des Zeichnerischen.