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Sozialethik und Sozialpolitik

Zur praktischen Ethik des Sozialen

Series:

Michael Fischer and Nikolaus Dimmel

Der Sammelband fasst die Referate eines Workshops im Salzburger Bildungshaus St. Virgil aus dem Herbst 2005 zusammen. Dieser Workshop verfolgte das Ziel, die aktuelle Steuerungs-, Verteilungs- und Regulierungsdebatte im österreichischen Sozial- und Wohlfahrtsstaat im Hinblick auf deren sozialethische Legitimationsgehalte zu erörtern. Dies erfolgte in drei Panels mit folgenden Themenstellungen: Grenzen der Verteilungspolitik, Workfare sowie Soziale Versorgungsklassen und Soziale Ausgrenzung. Ausgangspunkt der Workshops war die Hypothese, dass der Sozial- und Wohlfahrtsstaat in zunehmend intensiver Weise die Lebensführung seiner Klientelen moralisiert, indem er zwischen moralisch integren Risiken (Kinder, Behinderte) und moralisch verwerflichen oder zumindest fragwürdigen Risikokonstellationen (arbeitsfähige Sozialhilfeempfänger, überschuldete Verbraucher) trennt.
Aus dem Inhalt: Nikolaus Dimmel: Sozialethik - Zur praktischen Ethik des Sozialen – Martin Schenk: Was wem zusteht und wer wo hingehört. Zur Rechtfertigung sozialer Ungleichheit – Tom Schmid: Verteilungsgerechtigkeit - Gibt es das? – Franz Schandl: Obszönität und Reichtum – Georg Vobruba: Zum Wandel der Begründungen eines garantierten Grundeinkommens – Josef Schmee: Der «Neoliberalismus» als System der Entrechtung und Ausplünderung der Welt. Der machtvolle Marsch der kapitalistischen Ökonomie durch sämtliche Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche – Hans Steiner: Leistung und Gegenleitstung: Zur Ethik der Arbeitspflichten im Wohlfahrtsstaat – Robert Foltin: Lohnarbeit, Eigenarbeit, Tätigkeit: Verwertungszwang gegen unser Leben – Robert Misik: Gleichheit und Vielheit. Der Versuch einer Antwort auf die Frage: Ist das Soziale nichts als eine biedermeierliche Konstruktion? – Christine Stelzer-Orthofer: Chancen und Risiken der Activation Policies im Rahmen der Sozialhilfe - Soziale Integrationschancen für KlientInnen? – Andreas Riesenfelder: Die Moralisierung der Risiken? Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten in die Beschäftigungssimulation? Was leistet ein zweiter Arbeitsmarkt? – Hubert Eichmann: Leiden an der Autonomie? Erwerbsziele und Arbeitsbelastung bei Wissensarbeitern – Paloma Fernández de la Hoz: «Nachhaltig ausgegrenzt»: Die soziale «Verschrottung» der Randgruppen. Zu Nutzenkalkül und Risiken extremer sozialer Ungleichheit - Sind die Armen «selig» und wenn ja, wie? – Arno Pilgram: Kriminalisierung von Armutswanderung und Untergrundökonomien. Was gibt der Gesellschaft das Recht dazu? – Alois Pölzl: Zur Ethik der Sozialen Arbeit – Irmgard Eisenbach-Stangl: Die Erziehung der Händler und Konsumenten. Der gesellschaftliche Benefit sozialer Ausgrenzung – Heinz Schoibl: Zur Produktion von «sozialem Schrott». Wie ethisch ist das österreichische Welfare-Regime? – Michael Rosecker: Lohnarbeit und Konsumzwänge. Zur sozialstrukturellen Sinnstiftung der Lohnarbeit und den Gratifikationen des Konsums. Zur Pädagogisierung des Problems «Arbeitslosigkeit».