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Die Schweiz als Vorbild für die Vorarlberger Landesverfassung von 1919

Rechtliche und politische Hintergründe des «Kanton Übrig»

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Arnulf Häfele

Die Sehnsucht nach Schweizer Verhältnissen war bei den Vorarlbergern nach dem Zusammenbruch der Monarchie weit verbreitet. Vor ihrer Haustüre konnten sie bei den Eidgenossen ausgeprägte Formen der direkten Demokratie und ansehnlichen Wohlstand beobachten. Am 14. März 1919 beschloss die Landesversammlung eine Verfassung, mit der Vorarlberg fugenlos in das Schweizer System gepasst hätte. Es war der Startschuss für eine Anschlussbewegung an die Schweiz. Für die Politiker wurde sie zur Gratwanderung zwischen Hochverrat und der Ausübung des behaupteten Selbstbestimmungsrechts. Der Bundesrat in Bern hätte Vorarlberg gern als 23. Kanton gesehen, die Vorarlberger Landesverfassung von 1919 sollte als Eintrittskarte in die Eidgenossenschaft dienen. Der Kanton Vorarlberg war in greifbarer Nähe.
Aus dem Inhalt: Los von Tirol – Die Sehnsucht nach der Schweiz – Die Landesverfassung nach Schweizer Muster – Die bundesstaatliche Vertragsklausel – Vorarlberg als «Kanton Übrig» – Volksabstimmung auf Schweizer Geheiß – Der virtuelle Kanton Vorarlberg – Das Selbstbestimmungsrecht auf dem Prüfstand – Vorarlberg als eigener Staat – Adolf Julius Merkl zur Vorarlberger Frage – Das Ende der Landesverfassung nach Schweizer Vorbild.