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Neue Rechte und «Heidentum»

Zur Funktionalität eines ideologischen Konstrukts

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Miro Jennerjahn

Seit dem Ende der 60er Jahre bildet sich in der Bundesrepublik Deutschland mit der Neuen Rechten eine auf Ideologiebildung und -verbreitung ausgerichtete Modernisierungsbewegung innerhalb des rechten Spektrums aus, in der Heidentum zum Teil als die authentische europäische Religion dargestellt wird. Anhand einer Dokumentenanalyse von Texten neurechter Vordenker wird nachgewiesen, dass es sich dabei in erster Linie um ein ideologisches Konstrukt und nicht um eine spezifische Form von Religiosität handelt. Zwei Fragen sind für die Untersuchung wichtig: Welche Rolle spielt das Heidentum im neurechten Weltbild? Welches sind die zentralen Ideologieelemente, die sich dahinter verbergen? Dabei wird deutlich, dass das Heidentum als identitätsstiftendes Band für die Neue Rechte dienen soll und damit ein theoretisches Fundament für klassische antidemokratische Denkansätze wie Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus geschaffen wird.
Aus dem Inhalt: Wissenschaftstheoretische Verortung der Neuen Rechten – Ideologische und strategische Kernaspekte der Neuen Rechten – Heidentum der Neuen Rechten: Grundzüge und Einpassung in das neurechte Weltbild – Analyse des Heidentums: Antisemitismus, Rassismus, Kontinuitätslinie zu völkischen Rassenideologien, Funktionsebenen.