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Sind Zeitkonflikte des Alltags gestaltbar?

Prozesse und Gegenstände lokaler Zeitpolitik am Beispiel des ZeitBüro-Ansatzes

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Martina Heitkötter

Zeit wird vor allem im Alltag zunehmend als Konflikt erfahren. Gesellschaftliche Zeitstrukturen, private Lebensverhältnisse sowie Arbeitsbedingungen haben sich tief greifend gewandelt. Dort, wo die veränderten Alltagsanforderungen an inadäquate, unabgestimmte Zeitstrukturen und Dienstleistungen im lokalen Nahraum stoßen, brechen Zeitkonflikte auf. Diese gehen hauptsächlich zulasten der Individuen und werden häufig als Zeitnot erlebt. Neue Ansätze kollektiver und demokratisierter Zeitpolitik vor Ort sind gefragt. Am Beispiel des ersten deutschen ZeitBüros in Bremen-Vegesack untersucht die Studie die Bestimmungsfaktoren lokaler Zeitkonflikte sowie die Prozessbedingungen einer örtlichen Zeitgestaltung, die sich an den Zeitinteressen des Alltags ausrichtet. Der gewählte demokratietheoretische Zugang sieht in diskursiv-kooperativen Politikformen sowie in zivilgesellschaftlicher Artikulation lebensweltlicher Interessen neue Bewältigungschancen. Perspektivisch werden neue konzeptionelle Pfade einer an Zeitwohlstand orientierten Zeitpolitik formuliert.
Aus dem Inhalt: Problemaufriss: Wandel gesellschaftlicher Zeitstrukturen, private Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen – Neue Formen gesellschaftlicher Konfliktbearbeitung – Demokratietheoretische Einordnung – Begriffslogische Bestimmung der Kategorie lokale Zeitkonflikte – Methodologie: Aktionsforschung und Fallstudienansatz – Fallstudie - Modellprojekt ZeitBüro Bremen-Vegesack – Bausteine einer Theorie lokaler Zeitpolitik – Bestimmung der politischen Formelemente lokaler Zeitpolitik und Institutionalisierungsperspektiven – Praxislogische Bestimmung lokaler Zeitkonflikte – Perspektiven einer an Zeitwohlstand orientierten Zeitpolitik - konzeptionelle Bezüge zum Verwirklichungschancenansatz (A.Sen).