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Ökonomie, Moral und Bildung

Zur Möglichkeit bildender Vermittlung ökonomischen Wissens in der Schule

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Stephan Chmielus

Selbst in der Alltagswahrnehmung scheint Ökonomie heute aufgrund ihres systemischen Charakters ein Bereich gesellschaftlichen Handelns zu sein, der sich mit üblichen moralischen Standards nicht messen lässt. Einem Bildungsverständnis, das neben richtigem Wissen auch gutes und gerechtes Handeln erstrebt, scheinen daher die Kriterien zur Beurteilung ökonomischen Wissens zu fehlen. Die Untersuchung des Verhältnisses von Ökonomie und Moral in der abendländischen Geschichte zeigt, dass die Freisetzung ökonomischen Denkens aus normativen Beschränkungen die Voraussetzungen für Freiheit und Wohlstand moderner Massengesellschaften darstellt. Sofern man aber daran festhält, dass der Mensch zum vernünftigen Gebrauch seiner Freiheit aufgerufen ist, bleibt es auch in Zukunft nötig, die Gestaltung wirtschaftlicher Institutionen unter der Perspektive guten und gerechten Zusammenlebens in Prozessen öffentlichen Vernunftgebrauches zu beraten. Ökonomische Bildung in der Schule muss und kann zur Teilnahme an solchen Prozessen befähigen.
Aus dem Inhalt: Von normativ bestimmter Ökonomie zu ökonomischer Eigengesetzlichkeit – Ökonomische Rationalität, Gemeinwohl und soziale Gerechtigkeit: Möglichkeiten und Grenzen normativer Kritik ökonomischer Strukturen – Der Begriff der Bildung und sein Anspruch – Ökonomische Bildung durch wertende Auseinandersetzung mit ökonomischem Wissen – Die Rahmenvorgabe für die ökonomische Bildung in der Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen – Beispiele für ethisch reflektierende Unterrichtssequenzen.