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Portugiesisch kontrastiv gesehen und Anglizismen weltweit

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Jürgen Schmidt-Radefeldt

Die fortschreitende Globalisierung verstärkt auch das Erkenntnisinteresse am Sprach- und Kulturvergleich: Wie beginnt man ein Gespräch mit einem Fremden – etwa einem Portugiesen, wie begrüßt man ihn oder redet ihn an, wann und wie gibt man das Wort an ihn ab, wie bedankt und entschuldigt man sich, wie fragt man, ob man etwas tun soll, wie drückt man Bewertungen und Einstellungen des Gefallens oder Missfallens aus – all das sind Grundlagen der kommunikativen Kompetenz, Grundlagen der semiotischen Beschreibung des Kontrastes zwischen Portugiesisch und Deutsch. Antworten darauf geben die ersten acht Aufsätze in diesem Band. Der Thematik der Grammatikalisierung und grammatischen Strukturen (auch kontrastiv), der stereotypen Denkschablonen und «blendings», der Arbeit zwischen den Sprachen (wie es die endlose Arbeit des Übersetzers darstellt) sind die fünf anschließenden Studien gewidmet. Globalisierung bedeutet aber auch einen verstärkten Einbruch der Anglizismen in Sprachgebrauch und Sprachsystem von romanischen und anderen Sprachen der Welt, bedeutet sogar Bedrohung von Sprachnormen – des Portugiesischen, Deutschen oder Französischen (in Europa wie in der kanadischen Provinz Québec). Sieben Beiträge behandeln diese Thematik. Und wieder stellen sich Fragen: wie geht man in der Alltagskommunikation oder im Internet mit den Anglizismen um, wie reagiert der Sprachbenutzer – liberal und tolerant, abweisend, puristisch – oder die staatliche Legislative?
Aus dem Inhalt: Thomas Johnen: Zu Sprechakten der Kontaktaufnahme im Deutschen und Portugiesischen – Thomas Johnen: Zur Begrüßung im Deutschen und Portugiesischen – Thomas Johnen: Zur Anrede im Deutschen und Portugiesischen – Jürgen Schmidt-Radefeldt: Zum Sprecherwechsel im Portugiesischen und Deutschen – Karin Weise: Sprechakte des Dankens im Deutschen und Portugiesischen – Thomas Johnen: Zur Übersetzung von Soll ich...? im Portugiesischen – Theo Harden: Kollektiva als Ausdrucksmöglichkeiten negativer Sprechereinstellungen im Deutschen und Portugiesischen – José Luis Azevedo do Campo: Zur kommunikativen Funktion der Einstellungsoperatoren im Portugiesischen und ihren Entsprechungen im Deutschen – José Pinto de Lima: Zur Grammatikalisierung von dt. drohen und pg. ameaçar – Aurelia Merlan: Grammatikalisierungstendenzen im Portugiesischen und Rumänischen: Von Nominalsyntagmen zu Pronomina – Maria Clotilde Almeida: Blend-Bildungen - und was dahinter steckt – Sybille Große: Paulo Lins’ Überarbeitung von Cidade de deus aus der Übersetzungsperspektive – Benjamin Moreira: Análise contrastiva dos marcadores de construção de imediatez num conto de Miguel Torga e nas suas traduções – Christian Schmitt: Anglizismus und Sprachnormierung im Portugiesischen – Dietmar Osthus: Zweifel, Diskussionen und gefühlte Anglizismen - laienlinguistische Diskurse in lusophonen Internetforen – Werner Thielemann: Xenoglosse Termini. Notwendigkeit, Jagd nach Prestige oder Giganto-Manie? - Vom impact anglo-amerikanischen Wortgutes (Portugiesisch und Deutsch) – Dorotea Frank Kersch: Os estrangeirismos ameaçam a língua portuguesa? – Annette Endruschat: Leben und Sterben von Anglizismen im Petit Larousse - eine Jahrhundertbetrachtung – Elmar A. Schafroth: Der schwierige Umgang mit dem alltäglich Fremden: Englisch und Anglizismen in Québec – Kristin Reinke: Der Sprachkontakt Französisch-Englisch in Québec und Frankreich aus der Perspektive der Sprecher.