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Religionsfreiheit und Frieden

Vom Augsburger Religionsfrieden zum europäischen Verfassungsvertrag

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Joachim Gaertner and Erika Godel

Mit dem Augsburger Religionsfrieden vom 25. September 1555 wurde im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation eine erste konfessionelle rechtliche Koexistenzordnung geschaffen. Sie hat das Verhältnis von Staat und Kirche in der Folgezeit grundlegend verändert. Diese Ordnung ermöglichte eine Entwicklung, in der der Staat fortan nicht mehr als religiöse, sondern nur noch als politisch-weltliche Einheit verstanden wurde. Die Gewährung des Rechts auf Auswanderung (ius emigrandi) an die andersgläubigen Untertanen war ein erster, wenn auch bescheidener Schritt auf dem Weg zur heutigen Anerkennung des Grundrechts auf Religionsfreiheit. Der Tagungsband dokumentiert ein Symposion, das am 22. September 2005 in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin stattfand. Seine Zielsetzung war nicht nur, die historische Bedeutung dieses für die innere Ordnung des Heiligen Römischen Reiches zentralen Reichsabschieds in Erinnerung zu rufen. Man ging vor allem der Frage nach, welche Bedeutung einige der damals getroffenen Regelungen bis in unsere Gegenwart haben. Dabei wurde eine Brücke vom Jahre 1555 zum Vertrag über eine Verfassung für Europa aus dem Jahre 2004 geschlagen.
Aus dem Inhalt: Martin Heckel: Der Augsburger Religionsfriede. Sein Sinnwandel vom provisorischen Notstands-Instrument zum sakrosankten Reichsfundamentalgesetz religiöser Freiheit und Gleichheit – Harm Klueting: Der Augsburger Religionsfrieden und die katholische Reichskirche – Gerda Riedl: Vom theologischen Glaubensstreit zum historischen Rechtsfrieden... und darüber hinaus? Porträt des Augsburger Religionsfriedens (1555) als einer (un-)genutzten Chance gelebter Ökumenefähigkeit – Gerhard Robbers: Vom Augsburger Religionsfrieden zum Europäischen Verfassungsvertrag – Wolfgang Huber: Religionsfreiheit und Toleranz. Wie aktuell ist der Augsburger Religionsfriede?