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Wirtschaft im Alltag

Eine Analyse zur sozialen und medialen (Re-)Konstruktion ökonomischer Realität

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Friederike Koschel

Die Wahrnehmung wirtschaftlicher Sachverhalte ist nicht nur ein zentraler Bestandteil der politischen Willensbildung, sondern für das vergesellschaftete Subjekt eine Notwendigkeit seiner täglichen Bewährung und insofern ein gewichtiger Bestandteil der Vernunft des Bürgers. Die Verifizierung dieser Annahme wird auf Basis der lebensweltlichen Konzeption von Schütz angegangen und auf das Medienhandeln übertragen: Je nach seinem praktischen Interesse an der Wirtschaft entscheidet der Rezipient, welche Informationen er mit einem Blick in die Zeitung vertiefen möchte. Diese kognitive Leistung wird als interessierte Rezeption identifiziert und in eine Klassifikation von Alltagserklärungen überführt, die zeigt, wie sich die sinnhafte Aneignung medialer Wirtschaftsinformationen als soziale (Re-)Konstruktion ökonomischer Realität beschreiben lässt und zu dem paradox anmutenden Befund führt, dass der sozial handelnde Mensch auch im Medienhandeln jene gesellschaftlichen Strukturen reproduziert, die ihm als objektive Bedingungen gegenübertreten.
Aus dem Inhalt: Wirtschaftsberichterstattung: Empirische Befunde und theoretische Annahmen in Bezug auf ihre demokratisch konstitutiven Funktionen – Wahrnehmung wirtschaftlicher Sachverhalte – Konsequenzen auf politisches und ökonomisches Handeln – Prinzipien sinnhafter (Re-)Konstruktion von Wirtschaft im Alltag – Entwicklung einer Klassifikation von Alltagserklärungen.