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The Anatomy of Mystery

Wissenschaftliche und literarische Spurensicherungen im 19. Jahrhundert

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Michael Bähr

Ereignisse, für die es keine Zeugen (mehr) gibt, mit Hilfe von Indizien zu rekonstruieren, Spuren zu lesen, Geheimnisse aufzudecken – Praktiken wie diese sind im 19. Jahrhundert sowohl innerhalb der fiktionalen Literatur als auch im Kontext natur- und humanwissenschaftlicher Forschung und Theorie weit verbreitet. In der Absicht, eine diskursgeschichtlich fundierte Archäologie des detektivischen Blicks zu entfalten, setzt diese Studie englische und französische Erzähltexte, deren Struktur durch das Verfahren der detection maßgeblich geprägt ist, zu Rekonstruktionstechniken in Relation, wie sie seit dem Ende des 18. Jahrhunderts von Natur- und Humanwissenschaftlern entwickelt und erprobt werden. Dabei geht sie etwa der Frage nach, was Balzac mit Cuvier, dem Geologen und Paläontologen, George Eliot mit den pathologischen Anatomen Bichat und Laennec und Wilkie Collins mit dem berüchtigten Vivisektionisten Bernard verbindet.
Aus dem Inhalt: Spurensicherung – Wissenschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts – Diskursanalyse – Archäologie des detektivischen Blicks – Geheimnisse – Viktorianische Detektivliteratur – Narrative und diskursive Texte aus England und Frankreich – Korrespondenzen zwischen dem Verfahren der detection und natur- und humanwissenschaftlichen Rekonstruktionstechniken.