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Bildung und gesellschaftlicher Widerspruch

Hans-Jochen Gamm und die deutsche Pädagogik seit dem Zweiten Weltkrieg

Series:

Wolfgang Keim and Gerd Steffens

Hans-Jochen Gamm hat wie kaum ein anderer die deutsche Pädagogik seit dem Zweiten Weltkrieg mit geprägt. Unter den deutschen Erziehungswissenschaftlern blieb er vor allem darin singulär, dass er sich rückhaltlos, unter Einschluss der eigenen Person, über ein halbes Jahrhundert lang der nazistischen Vergangenheit gestellt, sie in vielfältigen Facetten reflektiert, auf Ursachen und Konsequenzen hin bedacht, nicht zuletzt auf dieser Basis eine materialistische, den Widerspruch von Bildung und Herrschaft bearbeitende Allgemeine Pädagogik entwickelt hat. Dieser Band analysiert wesentliche Dimensionen und Kontexte seines Werkes unter verschiedenen Aspekten und bietet damit sowohl einen wichtigen Beitrag zur Erziehungsgeschichte nach 1945 in beiden deutschen Staaten als auch Grundlagen und Perspektiven für eine kritische Pädagogik unter den aktuellen Bedingungen von Neoliberalismus und Globalisierung.
Aus dem Inhalt: Wolfgang Keim/Gerd Steffens: Vorbemerkung der Herausgeber – Peter Euler: Das «Institut» als Infrastruktur Kritischer Pädagogik – Gernot Koneffke: Einige Bemerkungen zur Begründung materialistischer Pädagogik – Gerhard Gamm: Standhalten. Motive einer kritischen Pädagogik – Wolfgang Keim: Faschismusbearbeitung als Grundlage Kritischer Pädagogik. Die singuläre Position Hans-Jochen Gamms in der bundesdeutschen Erziehungswissenschaft – Edgar Weiß: Faschismusanalyse mit totalitarismustheoretischen Implikationen? Zur Interpretation eines Schlüsselbereichs der Pädagogik Hans-Jochen Gamms – Sibylle Hübner-Funk: Deutsche Generationen im Zeichen des Mars: Historische und biographische Zeitrechnungen – Gerd Steffens: Kann die Erinnerung an den Holocaust zum Aufbau einer weltbürgerlichen Moral beitragen? Eine Auseinandersetzung mit einem neuen Vorschlag zur Universalisierung der Holocaust-Erinnerung – Dieter Kirchhöfer: Distanz und Nähe zu Marx in der DDR-Pädagogik - Ein materialistisches Tätigkeitsverständnis – Christa Uhlig: «Früher hatten wir eben andere Vorbilder als diese Big-Brother-Idioten» - Aspekte pädagogischer Erberezeption in der DDR – Karl-Heinz Günther: Zwischen «Dogmatismus» und «Revisionismus» - Widersprüche in der Pädagogik der DDR in den 50er Jahren. Ein fortgesetzter «Rückblick» – Wolfgang Eichler: Allgemeine Pädagogik als «praktische Wissenschaft im gesellschaftlichen Auftrag». Zur Wahrnehmung Hans-Jochen Gamms in der DDR. Ein Text von 1989 mit einer Vorbemerkung 2005 – Freerk Huisken: 1968, das deutsche Erziehungswesen und die deutsche Erziehungswissenschaft – Ansgar Klein/Thomas Leif/Erhard Meueler: Fromme Wünsche: Frieden, Entwicklung, Nachhaltigkeit – Armin Bernhard: Bildung und die Antitoxine des Menschen. Der Kampf gegen den kulturellen Analphabetismus als Gegenstand einer Pädagogischen Ästhetik – Karl Christoph Lingelbach: Wege aus der Unmündigkeit im Globalisierungsprozess: Adolf Reichweins Werkpädagogik und Paulo Freires Pädagogik der Unterdrückten – Karin Steffens: Bildung und Erziehung im Einwanderungsland. Der Fluch der kulturalistischen Denkweise – Friedhelm Zubke: Utopische Elemente im Denken Hans-Jochen Gamms – Armin Bernhard: Dokumentation der Bibliographie Hans-Jochen Gamms.