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Der chinesisch-amerikanische Roman und seine Schlüsselthemen

Geschichtserfahrung, Gegenwartsdeutung und Zukunftserwartung

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Ingo Peters

Die Arbeit zeigt, wie chinesisch-amerikanische Romanautoren durch einen besonderen Umgang mit den Themenfeldern Geschichte und Fortschritt gleichzeitig gegen zwei gegensätzliche Stereotype vorgehen: das der «model minority» und das der passiven Opfergestalten. Maxine Hong Kingston, Frank Chin, Shawn Wong, Fae Myenne Ng, David Wong Louie, Sigrid Nunez und Alvin Lu präsentieren Geschichte zwar als schmerzhaft, als das, was zu betrauern ist, aber zugleich auch als Waffe, als das, was chinesische Amerikaner aktiv für ihre Zwecke benutzen. Die Gegenwart wiederum erscheint stets als Krise und als Verweis auf eine goldene Zukunft, die es vorzubereiten gilt. Theoretische Bezugspunkte für die Untersuchung dieser charakteristischen Verknüpfung von Klage und Optimismus sind vor allem Walter Benjamins geschichtsphilosophische Thesen und die amerikanische Ausdrucksform der Jeremiade.
Aus dem Inhalt: «I have inherited this whole suitcase of lies»: Geschichte als Lüge – «You make fun of how they think to make them look stupid»: Das Spiel mit der «dual personality» – «Singing my disgrace»: Die Erzählerin als moderner Jeremias – «Art borrows the forms of warfare»: Der verzweifelte Leser – «I hear myself say ‘we’»: Wunder und eigentliche Hoffnung.